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Alice Kaufmann
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AUSBILDUNG - EDUCATION

Fachhochschule für Gestaltung Hamburg, Armgartstraße: Malerei und Illustration, Prof. Marianne Weingärtner: Diplom
Studienaufenthalt in Paris (Académie Julian): Malerei, Prof. Claude Schurr
Hochschule für Bildende Künste, Hamburg: Freie Malerei, Prof. Klaus Bendixen
Studium der Kunstgeschichte, Universität Hamburg

1974 - 2003
Freiberufliche Arbeit als Illustratorin und Grafik-Designerin
Working freelance as illustrator and graphic designer

2004 - 2011
Jährliche Teilnahme an der Sommerakademie „Pentiment“, HAW Hamburg:
Freie Malerei bei den Gastdozenten:
Annual participation at the Summer Academy "Pentiment", HAW Hamburg
Painting with the visiting lecturers:
Sybille Kroos, Düsseldorf, Anja Billing, Berlin, Andrea Bender, Düsseldorf, Emö Simonyi, München, Luke Gray, New York

2005 – 2014
GRUPPEN- UND EINZELAUSSTELLUNGEN (E) (Auswahl)
Group and solo exhibitions (E) (selective)
K = mit Katalog; K = with catalogue

„Garten der Zukunft“, Offenes Atelier Quickborn, 2014
„Nacht“, GEDOK-Hamburg, 2014
„Faszinatiuon Rot“, Literatur-Galerie, Eutin, 2014
Galerie Hafenliebe (E), Hamburg-Hafen-City, 2014
"Werkschau Raum 116", Kunstkirche Scharbeutz, 2013
"Im Vorüberfahren", Gästehaus Universität Hamburg (E), 2013
"So weit ...", Galerie Sierichstraße 131, Hamburg (E), 2012/13
"Mythos Natur", Galerie Atrium Zizkov, Prag, 2012 (E)
"Kunst ohne Grenzen", Airport-Hotel Hamburg, 2011/12
Galerie Hafenliebe (E), Hamburg Hafen-City, 2011/12
"Alster-Art", Hamburg AEZ, 2011; K
"Voll die Farbe", Offenes Atelier Quickborn, 2011
"Imagination" (E) Kulturschloss Hamburg-Wandsbek, 2011
"Schöpfung", Offenes Atelier Quickborn, 2011
"Alster-Art", Hamburg AEZ, 2010 K
"Natur - Mensch", Nationalpark Harz, St. Andreasberg, 2010 K
Publikumspreis - Audience award
"Farbrausch", GEDOK-Hamburg, 2010
"Himmel-Moor", Kreiskulturwoche Pinneberg, 2010
„Panta Rhei“, Drostei Pinneberg, 2009
„Blaue Stunde“, GEDOK-Hamburg, 2009
„10 Maler“, Atelier Hegestraße, Hamburg, 2009
„Über der Tiefe“ (E), GEDOK, Hamburg, 2009
„Largo“ (E), Gästehaus Universität Hamburg, 2008/09
„Love, Life, Landscape“, Kulturforum Altona, Hamburg, 2008)K
„Das Wetter“, GEDOK-Hamburg, 2008
„Idyll und Emotion“ (E), Galerie „time4art“, Hamburg, 2008
Hanse-Art“, Lübeck, 2008
„Luxus“, Kunstkirche Scharbeutz, 2007
„Neu aufgenommen“, GEDOK-Hamburg, 2007
„Hanse-Art“, Hamburg, 2006
„10 Maler“, Forum Alstertal, Hamburg, 2006
„Mal was anderes“, Galerie Henrik Lang, Hamburg, 2005

MITGLIEDSCHAFTEN / MEMBERSHIPS:

GEDOK, Hamburg Berufsverband bildender Künstler (BbK), Hamburg
Offenes Atelier Quickborn (Schleswig-Holstein)

 

 

EINFÜHRUNG ZUM KATALOG 2013
Dr. Friederike Weimar, Kunsthistorikerin:

Alice Kaufmann

„Roter Himmel“, „Dämmerung“, „Sturm“, Wolkenspiel“ – so benennt Alice Kaufmann ihre Bilder. Diese Titel bezeichnen nicht nur die Motive, sondern auch die Inhalte der Gemälde. Es geht um das Licht der untergehenden Sonne und um das Farbenspiel im morgendlichen Himmel. Es sind das dunkle Violett der Gewitterwolken, das satte Grün einer Wiese, die zarten Grau- und Blautöne sommerlicher Wolken, das matte Ocker der Landschaft im Spätsommer und die kräftigen Farben eines tropischen Urwaldes, die die Malerin faszinieren und die sie in ihre Kunst übersetzt.

Hin und wieder lässt sich Alice Kaufmann von Fotos aus Bildbänden anregen. Meist aber schöpft sie ihre Motive aus vagen Erinnerungen an Gesehenes, aus optischen und atmosphärischen Eindrücken, aus konkreten Erlebnissen: im Garten von Freunden, unterwegs im Vorbeifahren, auf einer Reise nach Ostpreußen und am Himmel vor ihrem Atelier. Soll aus dem beobachteten Licht- und Farbenspiel ein Bild entstehen, so prägt sie sich die flüchtige Stimmung des Augenblicks ganz besonders ein, macht einen gedanklichen Schnappschuss vom Motiv.

Oft erst Wochen später entsteht aus dem erinnerten Bild ein Gemälde. Die Details sind dann schon in der Rückschau verblasst: Die einzelne Blüte, der vorbeifliegende Vogel, die Form eines Zweiges – diese Einzelheiten treten zurück. Licht und Farben, das Mit- und Gegeneinander von dunklen und hellen Flächen, die Stimmung des Moments bilden nun den Ausgangspunkt ihrer Malerei. So vermeidet Alice Kaufmann alles Narrative. Ihre Bilder erzählen keine Geschichten. Nicht das Gegenständliche ist ihr Thema, sondern die Stimmung, die die Farbe vermittelt.

Ganz vom Gegenständlichen löst sie sich nicht, auch wenn die konkreten Motive manchmal nur noch erahnbar sind. Die Basis ihrer Bilder sind visuelle Eindrücke, nicht abstrakte Ideen. Und diese visuellen Eindrücke bleiben sichtbar. Doch mischen sich in ihrer Erinnerung Gesehenes und Gefühltes, sodass eine Entfernung vom Gegenstand stattfindet und damit zugleich eine Konzentration auf die Stimmung des Gesehenen. Erst wenn das Gesehene, das Erlebte, das Erfühlte sich so zu einer Vorstellung gemischt haben, ist das Motiv „reif“ für die Übersetzung in Malerei. Dann drängt es die Künstlerin, das Bild auf die Leinwand zu bringen.

Die Farbe bestimmt den Arbeitsprozess. Schwebt ihr eine Stimmung in Grün vor, so setzt sie über die eigentliche Grundierung eine zweite in verschiedenen Rottönen, der Komplementärfarbe von Grün. Über diese nun in rötlichen Farben leuchtende Leinwand, malt sie die Grüntöne. Immer wieder lässt sie den roten Untergrund unter dem Grün hervorschauen. So wechseln pastosere mit wenig Farbe führenden Pinselstrichen. Oft, aber nicht immer, ist der sichtbare Pinselstrich bildwirksam in die Komposition einbezogen. Mit hellen, manchmal auch kräftigen Farben setzt sie Akzente auf das Bild. Durch die Kombination aus farbigem Untergrund und den darüber liegenden Malschichten erzielt Alice Kaufmann ein Leuchten der Farben selbst. Ihre Landschaften wirken nicht beleuchtet, sondern sie leuchten selbst – die Farben scheinen zu leben.

Um sich nicht vom Gegenstand „fesseln“ zu lassen, sondern sich vollständig auf die Farbe und auf die Komposition konzentrieren zu können, dreht die Künstlerin beim Malen ihre Leinwände mehrfach auf alle Seiten. Sie stellt sie auf den Kopf, legt sie auf die rechte Seite, auf die linke Seite und arbeitet auf diese Weise so lange an ihnen, bis der Bildaufbau – nun ganz unabhängig vom gegenständlichen Motiv – von allen Seiten her gesehen stimmig ist. So ermöglichen einige ihrer Bilder schließlich sogar eine Lesart aus verschiedenen Ansichten.

Einige ältere Gemälde (etwa 2004 bis 2006), vermitteln mit ihrer matten Farbpalette und flächigen Gestaltung eine eher kontemplative Stimmung. Dennoch erscheinen die Bilder meist nicht statisch. Die Farben, die Pinselführung und die Motive üben einen Sog in die Tiefe aus. Dieses Moment der Bewegung vermittelt, ebenso wie die beabsichtigte Unschärfe, die zeitliche Flüchtigkeit der gemalten Stimmungen. Die hellen, starkfarbigen Akzente, die die Malerin in ihren jüngeren Arbeiten häufig einsetzt, verstärken die räumliche Tiefe und Dynamisierung der Bildwirkung. Hier zeigt sich eine zunehmende Vitalisierung, eine Energie, die sich Bahn bricht und die neugierig auf die weitere Entwicklung des Œuvres macht.

Friederike Weimar, November 2012

 

INTRODUCTION TO THE 2013 CATALOGUE
Dr. Friederike Weimar (Hamburg), Art Historian

Alice Kaufmann

„Roter Himmel“ („Red Sky“), „Dämmerung“ („Twilight“), „Sturm“ („Storm“), „Wolkenspiel“ („Play of Clouds“) – that is how Alice Kaufmann names her pictures. These titles denote not only the subject, but also the substance of her paintings. It is about the light of a sundown and about the play of colours in a morning sky. The paintress is intrigued by the dark purple of thunderclouds, by the lush green of a meadow, by the subtle shades of grey and blue of summery clouds, by the flat ochre of a late summer landscape, and also by the bold colours of a tropical jungle, and she transmits them into her artworks.

Occasionally, Alice Kaufmann is inspired by photos from illustrated books. But normally she takes her subjects from vague memories of things seen, from visual and atmospherical impressions, from real experiences: in her friends’ garden, underway and passing by, on a journey to East Prussia, or in the sky in front of her studio. If out of these observations, of these plays of light and colours there is to emerge a painting, she will memorise actively the fugitive ambiance of the moment in a kind of a mental snapshot.

Often much later, a painting will emerge from these memorised impressions. In hindsight, the details have already faded away: the single blossom, the bird flying by, the shape of a single branch, all these particulars vanish. So now, light and colour, the cooperation and the opposition of dark and bright areas, the mood of the moment become the starting point of her painting. In this way, Alice Kaufmann avoids all narrative elements. Her pictures do not tell any stories. Not the representational depiction is her topic, but the atmosphere conveyed by the colour.

She does not break loose completely from reality, even though the specific subjects are often only vaguely perceptible; the basis of her pictures are visual impressions, not abstract ideas. And these visual impressions remain visible, but the things seen and felt amalgamate in her memory. This creates a distance from the original object, and at the same time a concentration on the atmosphere of what she had seen. Only after the sight, the experience and the emotion of the situation have blended into a perception, the subject becomes „mature“ for being translated into a painting. And then the artist feels prompted to bring her picture on the canvas.

The operating procedure is determined by the colour. If she imagines a green atmosphere, she will repaint a second primer over the grounding, now in various hues of red, the complementary colour of green. And over the canvas now shining in reddish colours, she will paint shades of green, every now and then letting appear from underneath the red primer. In this way, pastose brush strokes alternate with soft ones. Often, but not always, the visible stroke of the brush is effectively integrated into the composition, and with radiant and even vigorous colours, she puts some spotlights on her painting. By combining the coloured grounding with the added layers of paint, Alice Kaufmann achieves a particular blaze of the colours. Her landscapes do not appear as illuminated, they shine from within – the colours seem to be alive.

During the process of painting, in order to avoid being „chained“ by the object, but to be able to concentrate completely on the colour and the composition, the artist turns over the canvas several times on every side. She puts it upside down, then works from the right side, then from the left side, and thus reworks it until the structure of the painting seems „consistent“ to her mind, quite independently from its concrete subject. Thus many of her paintings are open to interpretation from different perspectives.

Some of her earlier paintings (about 2004 to 2006) by their matt range of colours and by their areal composition, convey a more contemplative atmosphere. Nevertheless, the paintings do not appear static. The colours, the brushwork and the subjects will draw you into the depth of the painting. This element of flow as well as the intentional blur, convey the transience and volatility of the painted mood. And by the light and colourful accents the paintress uses in her more recent works, she intensifies the spatial depth and the effective dynamics of the paintings. Here we see an increasing vitalization, a new energy breaking through, which is intriguing as to the further development of her oeuvre.

Friederike Weimar, November 2012

 

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